Meldung vom 12.09.2023

James Dyson Award 2023

Renommierter Design-Preis goes to Nikolaus Potapow aus Niederösterreich!

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Wien, am 13. September 2023 – Der 25-jährige Industriedesigner Nikolaus Potapow hat für die Entwicklung eines nachhaltigen medizinischen Beutels für Patienten mit künstlichem Darmausgang den James Dyson Award in Österreich 2023 gewonnen. Durch natürliche und ressourcenschonende Materialien und die Reduktion auf niederkomplexe Herstellungsverfahren wird mit dem Siegerprodukt os*tomy die Umsetzung auch in Ländern mit schwierigem Zugang zu medizinischer Versorgung auf lokaler Ebene einfacher möglich und sogar mit regionalen Ressourcen umsetzbar. 

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Seit jeher begleitet den Jungdesigner Potapow das Schrauben und Basteln, das Experimentieren und der Blick hinter die offensichtlichen Dinge. Nach der schulischen Ausbildung im Bereich Maschinenbau studiert er mittlerweile Industrial Design im Master mit dem Schwerpunkt Eco-Innovative Design an der FH Joanneum Graz und ist seit 2023 neben dem Studium als selbstständiger Designer tätig. Objekte und Verhaltensweisen präzise zu beobachten und in ihren verschiedensten Schichten zu durchleuchten, stellt für ihn einen wesentlichen Bestandteil des Gestaltungsprozesses dar, um mit diesem grundlegenden Wissen ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltige Produkte und Systeme von innen heraus zu erschaffen.

Seine innovative Entwicklung os*tomy ist ein Open-Source-System, das Stoma-Patient:innen eine leichter zugängliche medizinische Versorgung bietet und gleichzeitig lokale Stoma-Organisationen unterstützt, autarker zu werden. Ein Stoma, griechisch für Öffnung, ist eine künstlich hergestellte Körperöffnung, die durch eine Operation entsteht und durch die sich bestimmte Krankheiten wie Morbus Crohn, Divertikulose oder Darmkrebs besser behandeln lassen oder Symptome gelindert werden können. os*tomy bietet dafür eine ökologisch und ökonomisch nachhaltige Stoma-Versorgung für Patient:innen, die sich keine kommerziellen Kolostomieprodukte leisten können, aber auch für Stoma-Organisationen, die auf lokaler Ebene, etwa in Entwicklungsländern mit sehr wenig Equipment, eine sichere Versorgung herstellen müssen.

Die Arbeit in einem Krankenhaus in Tansania als medizinischer Assistent gab dem jungen Nikolaus Potapow praktische Einblicke in die medizinische Versorgung und den Umgang mit Geräten in einem Land mit einem sehr niedrigen Durchschnittseinkommen. Er konnte mit Patient:innen, medizinischem Fachpersonal sowie einer afrikanischen Stoma-Organisation in Kontakt treten, was zu praxisnahen, tiefgehenden Erkenntnissen und einem klaren Aufruf zum Handeln für ihn führte.



Ein Kolostoma ist ein künstlicher Abfluss für Körperausscheidungen, der bei Patient:innen mit schweren Darmerkrankungen eingesetzt wird. Der Kern von os*tomy ist ein Beutel, der aus zwei Hauptbestandteilen besteht: Agar-Agar, das auf der Basis von Rot-Algen hergestellt wird und daher an den Küsten weithin verfügbar ist, ohne dass Ackerland verbraucht wird, und Glycerin auf Basis von Pflanzenöl als einem Nebenprodukt von Industrien wie der Seifenherstellung. Mit Wasser vermischt bilden sie ein leicht zu reproduzierendes Rezept, das nur einfache Hilfsmittel wie einen Erhitzer, Formen und einen heißen Stempel erfordert, um die Folienstücke zu einem brauchbaren Beutel zu verschweißen, der wasserdicht und dennoch natürlich biologisch abbaubar ist. Der Beutel wird dann mit einem Stoffgürtel an seinem Platz gehalten. Diese Einfachheit von os*tomy ermöglicht es den Stoma-Organisationen, das Material auf lokaler Ebene mit regionalen Ressourcen herzustellen. 

os*tomy ist an der FH Joanneum, Institut Industrial Design als Semesterprojekt in Kooperation mit dem Medizinproduktehersteller Convatec entstanden, wobei die in Tansania gesammelten Erfahrungen maßgeblich den Lösungsansatz geprägt haben.

„Die Auszeichnung durch den James Dyson Award ist eine großartige Plattform, um os*tomy weiter voranzutreiben und zu zeigen, dass Gestaltung weit über das offensichtliche Produkt hinausgeht und auf vielen Ebenen Menschen und Umwelt zu einer besseren Zukunft verhelfen kann“, so der stolze Preisträger Nikolas Potapow.

Dazu Jury-Mitglied Eberhard Schrempf: "Nikolaus Potapow zeigt mit os*tomy auf eindrucksvolle Art und Weise, wohin zeitgemäßes Design gehen muss. Er gibt damit ein klares Statement für die soziale Verantwortung von Design ab.“

dottings, Jury-Mitglieder, ergänzen: „Der Designgedanke hinter os*tomy macht auf! Das Projekt kann Menschen, die von etwas abhängig sind, „freier“ machen. Es beschäftigt sich mit Ressourcen, ist kulturübergreifend gedacht und bietet Zugang.“


Die Jury
dottings Industrial Design, gegründet 2005 von Sofia Podreka und Katrin Radanitsch, legen den Designbegriff bewusst weitläufig aus. Sie finden gerade heute ihren Beruf so spannend, denn vor jeder neuen Gestaltung geht es um Analyse, systematisches Denken und das Wissen über Ressourcen und verantwortungsvolle Produktion. Sie absolvierten das Studium an der Universität für Angewandte Kunst, Wien und der Denmark Design Skole, Kopenhagen und haben heute eigene Lehrtätigkeiten. Zu dottings Kunden zählen u. a. RIESS Emaille, Vöslauer und die Stadt Wien. SERVE+STORE für Riess Emaille wurde 2022 mit dem Red dot Award ausgezeichnet.

Eberhard Schrempf ist Creative Industries Experte, Kulturmanager und Design Aficionado. Er ist seit 2007 Direktor des Netzwerks „Creative Industries Styria“ und hat in dieser Funktion das Festival „Designmonat Graz“ ins Leben gerufen und die erfolgreiche Bewerbung von Graz zur UNESCO City of Design zu verantworten sowie viele innovative Projekte und Formate entwickelt. Er war Vizeintendant und Geschäftsführer der Graz 2003 Kulturhauptstadt Europas und berät zahlreiche Unternehmen und Institutionen in den Bereichen Kreativität, Design und Management. Er ist Lehrbeauftragter an der FH Joanneum und Gastredner auf internationalen Konferenzen.

Runner Ups
„Dog Bowl To Go“ von Juliane Fink
Das Produkt „Dog Bowl To Go“ ist ein essbarer Fressnapf für Hunde, der vollständig aus Schweineblasen gefertigt wird. Tierische Harnblasen gelten zwar als typisches Abfallprodukt der Fleischproduktion, sind aber von Natur aus wasserfest, können ähnlich wie Leder geformt werden und sind leicht zu färben und auch zu falten. Noch dazu schmecken sie Hunden sehr gut und können daher – nachdem sie als Napf benutzt wurden – vom Tier wiederum sogar gefressen werden. Das originäre Abfallprodukt Blase als Ausgangsmaterial erhält durch die Entwicklung von Juliane Fink somit einen völlig neuen Zweck und lässt dann nach dem Benutzen sehr nachhaltig als attraktiver Haustier-Snack nicht einmal Müll zurück.

„B.Band“ von Michael Padaritsch
B.Band ermöglicht blinden und stark sehbeeinträchtigten Menschen, Alltagsprodukte mit Brailleschrift eindeutig zu kennzeichnen. An diesem Hilfsmittel von Michael Padaritsch lassen sich einzelne Braillepunkte praktisch einstellen, so können Begriffe einfach erstellt und das flexible Band danach an verschiedenen Produkten angebracht werden. Damit wird es möglich, das Band wiederzuverwenden und mit neuen Begriffen zu beschreiben. Durch Interviews mit betroffenen Personen wurde der Bedarf erhoben und danach ein optimal brauchbares Produkt für beeinträchtigte Personen entworfen, um im Alltag wieder mehr Selbstständigkeit zu erlangen. Vor allem im Lebensmittel- und Hygienebereich finden sich zahlreiche Produkte, die nicht durch reines Angreifen identifiziert werden können. Die kreative Idee des B.Bands befindet sich im Moment in der Weiterwicklung gemeinsam mit der Firma Starlim Spritzguss GmbH aus Oberösterreich.



Der James Dyson Award
Beim James Dyson Award sollen junge Designer:innen inspiriert werden, ihre Kreativität und Designfähigkeiten zur Lösung eines Problems einzusetzen. Ziel des Preises ist es, jungen Ingenieur:innen die Möglichkeit zu bieten, ihre Arbeiten auf globaler Ebene präsentieren zu können. Die Kreativität und Ideenentwicklung von Nikolaus Potapow beeindruckten und überzeugten die dreiköpfige Jury, welche ihn letztlich unter zahlreichen eingereichten Projekten zum diesjährigen nationalen James Dyson Award-Gewinner wählte.

„Wettbewerbe wie der James Dyson Award bieten jungen Talenten die Chance, sich mit frischen Ideen auf einem internationalen Level zu messen. Die hohe Qualität der Wettbewerbsprojekte enthält enormes innovatives Potenzial für eine intelligent und nachhaltig gestaltete Zukunft“, so Eberhard Schrempf von Creative Industries Styria.

Weitere Informationen zu allen Projekten finden Sie auf der Website des James Dyson Award. Dieser Award wird von der James Dyson Foundation organisiert, einer im Jahr 2002 gegründeten Stiftung, die das Ziel hat, die nächste Generation von Ingenieuren und Designern zu begeistern und zu unterstützen. Er wird in 27 Ländern ausgeschrieben und steht Studierenden der Ingenieurwissenschaften und der Fachbereiche Produktgestaltung und Industriedesign offen.

In jedem der teilnehmenden Länder wird ein nationaler Gewinner ausgewählt. Auf der nächsten Stufe prüft ein Gremium die Einreichungen aller Länder und nominiert 20 Projekte für die internationale Shortlist. Der internationale Gewinner wird von James Dyson persönlich ausgewählt. Die Bekanntgabe des internationalen Gewinners und der Finalisten erfolgt im November 2023. Der internationale Gewinner erhält ein Preisgeld in Höhe von 35.000 Euro.

Informationen und Updates zum James Dyson Award auf Facebook.

Über Dyson

  • Dyson ist ein globales Technologieunternehmen mit Forschungs- und Testlaboren in Malaysia, Singapur, auf den Philippinen und in Großbritannien. Dyson beschäftigt weltweit über 12.000 Mitarbeiter, darunter 4.500 Ingenieure und Wissenschaftler – mit einem wachsenden Anteil in Südostasien.
  • Weltweit setzen verschiedene Teams Dysons ehrgeizige Ziele durch Forschung und Entwicklung neuer Technologien um, wie zum Beispiel der Festkörperbatterie, High-Speed-Elektromotoren, Vision-Systemen, maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz.
  • Dysons 67 Hektar großer Campus in Malmesbury, in der Grafschaft Wiltshire, beherbergt das Dyson Institute of Engineering and Technology, das im September 2017 eröffnet wurde. Dyson investiert 31 Millionen britische Pfund in britische Hochschulbildung, um den Mangel an Ingenieuren in Großbritannien zu überwinden. Der vierjährige, gebührenfreie Studiengang deckt im ersten und zweiten Studienjahr die Grundlagen des Ingenieurswesens ab. Im dritten und vierten Studienjahr umfasst er Inhalte zu Elektronik und Maschinenbau – alles im Zuge einer bezahlten Beschäftigung innerhalb des Forschungs- und Entwicklungsteams von Dyson, das mit führenden Ingenieuren und Wissenschaftlern an realen Produkten arbeitet.

Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne an:

Dyson Austria Unternehmenskommunikation

Jochen Kramar • +43 (0)664/16 31 055 • jochen.kramar@dyson.com
Dyson Austria GmbH • Am Rothschildplatz 3, 6.OG, Top A • 1020 Wien

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